Inside JMS: Interview mit Frederick Moser


5 Fragen an Frederick Moser, JMS-Mitglied und aktueller Vorstand Netzwerk im BDSU

 

Warum hast du dich dazu entschlossen, BDSU Vorstand zu werden?

Gute Frage, die Entscheidung war relativ kurzfristig. Ich hatte glaube ich ein Wochenende Zeit, um mir zu überlegen, ob ich es mache oder nicht. Julia Rumpel (vorheriger Netzwerk Vorstand im BDSU) hat mich angerufen und wir haben eigentlich über inhaltliche Themen gesprochen für den Frühjahrskongress in Münster und dann kam plötzlich am Ende: „Also, der Grund warum ich eigentlich anrufe, hättest du Lust meine Nachfolge zu machen?“ Und dann meinte sie, „einige Leute haben dich empfohlen und könnten sich vorstellen, dass du das machst.“ Und ich war erst mal ziemlich baff. Ich habe sie gebeten, mir ein paar Tage Zeit zu geben. Und als ich dann gesehen habe, dass es finanziell möglich ist und ich ein Urlaubssemester für ein Praktikum bekomme habe, also die Zeit quasi freigeschaufelt habe, dachte ich mir: Hey, das ist so wie bei deinem TA Training oder auch wie zu JMS zu kommen. Da gab es das Angebot etwas zu machen, und solche Chancen um sowas zu erleben, und sich so weiterentwickeln zu können kommen nicht oft. Und ich glaube, man muss zugreifen, wenn die vor der Haustür stehen, sonst ärgert man sich sein Leben lang. Und da ich eh schon in der TA Leitung war, war das dann auch irgendwie ein nächster Schritt. War aber ’ne geile Entscheidung das zu machen, vor allem der Netzwerk Posten, weil man viele Menschen kennenlernt und viel reisen darf, das ist mega spannend.

Was hast du bis jetzt in deiner Amtszeit gelernt?

Zeitmanagement, Selbstmanagement, man muss sehr effizient arbeiten, sehr viel delegieren, man braucht gute Mitarbeiter, weil man sich sonst im Detail verliert. Man darf ja eigentlich nur strategisch arbeiten, weil man sonst nicht mehr hinterherkommt. Das war nochmal sehr interessant auf der Führungsebene, obwohl ich das in der Berufswelt ja auch schon hatte, da gab es viele Parallelen. So ein Vorstandsamt bringt einem später fürs Berufsleben schon sehr, sehr viel.

Wie gehe ich mit Menschen um, wie schätze ich Menschen ein, auf welcher Kommunikationsebene kommuniziere ich mit wem, wer benutzt welche Kommunikationsebenen? Für sowas einfach ein Gespür zu haben, und sowas auch auf Konfliktebene mit der richtigen Kommunikationsform lösen zu können, das ist super spannend und das lernt man auf jeden Fall.

Lieber mal das Telefon in die Hand nehmen ist das Resümee, zehnmal Emails hin und her schreiben hilft einem oft nicht weiter. Das war so ein Punkt, den ich gelernt habe. Dann natürlich mit sehr hoher Arbeitsbelastung umzugehen, was man ja auch hat, wenn man zum Beispiel selbstständig ist, oder Berater. Flexibilität, ich muss sehr flexibel sein. Manchmal weiß ich nicht, in welcher Stadt ich am nächsten Tag bin, da kann alles passieren.

Was ist für dich der BDSU Spirit und wie lebt man ihn?

Ich habe witzigerweise von einigen 1Vs das Feedback bekommen „Freddy ist der BDSU Spirit“. Ich lege extrem viel Wert darauf, vor Ort zu sein und die Leute persönlich kennenzulernen, sich vor allem um die JEs zu kümmern, die mit dem BDSU nichts anfangen können. Hauptsächlich liegt das nämlich daran, dass die nicht wissen, was der BDSU ist, nicht an Treffen teilnehmen und deshalb nicht verstehen, was wir machen, was die Mehrwerte sind und wie man sich weiterentwickeln kann.

Ich habe mich auch viel mit BDSU Traditionen beschäftigt, auch welche Traditionen es in verschiedenen JEs gibt und wie die sich abgleichen. Das sind super witzige Themen, über die man lange mit Leuten diskutieren kann. Die Leute persönlich kennenlernen und ihnen zu zeigen, was wir alle gemeinsam haben. Auch wenn du zum JADE fährst, dann triffst du Leute aus der ganzen Welt, mit denen du aber sofort ein Gesprächsthema findest, weil die auch Bock haben, sich weiterzuentwickeln, selbst Ideen umzusetzen, gierig sind auf Neues. Ich würde sagen, das ist der allgemeine Junior Entrepreneur Spirit und den BDSU verbindet man halt noch mit ein paar besonderen Sachen. Ob das jetzt die Golfbälle sind, die bedruckt werden, bevor der Kongresstermin feststeht, ist die eine Sache, oder ob ich auf einer Studentenparty in Lüneburg bin, wo ich so gut wie niemanden kenne, aber ein Viertel der Leute ihre Flaschen zuhält, da weiß ich dann gleich: Aha, die haben was mit dem BDSU zu tun. Und von den meisten Leuten wird man herzlich aufgenommen, das ist super. Und es ist schön diese große Familie kennenzulernen.

Ich habe auch viel Zeit in regionale Netzwerke investiert, und es ist schön, dass die auch wieder lernen, wie wichtig es ist, sich untereinander auszutauschen, regional oder im gesamten BDSU, und sagen: Hey, wir können wirklich was voneinander lernen. Ein großer Punkt ist bei uns ja auch Individualität, das heißt jeder Standort ist anders, jede JE, aber man trifft so viele Gemeinsamkeiten, das ist einfach schön. Ich glaube, das ist jetzt ein kurzer Abriss von dem Ganzen. Zentralpunkt ist einfach, auf die Treffen zu gehen. Die Leute kennenlernen dort ist das Wichtigste.

Wie hat deine Zeit bei JMS dich auf das BDSU Vorstandsamt vorbereitet oder dich beeinflusst?

Ich komme ja aus einem ganz anderen Bereich, habe vorher schon viel gearbeitet, habe eine Ausbildung gemacht, da hat mich JMS auf jeden Fall auf dieses Studentenleben vorbereitet. Sich darauf einzulassen, und dieser Spirit der da einfach herrscht, das ist ja auch etwas ganz Besonderes. Das wird vielleicht den meisten Leuten, die das hier lesen werden, normal vorkommen, aber das ist es nicht. Das ist etwas Besonderes, ein ganz anderer Lebensstil, eine andere Denkweise, andere Erwartungen die man ans Leben hat.

Ich habe sehr viele Trainings gehalten und gehört, wurde gut ausgebildet, bin jetzt selber Trainer und gebe das auch sehr gern weiter. Dieses ehrenamtliche Arbeiten im Verein, durch das man sich auch selbst weiterentwickelt und die Projekte, bei denen man mit Unternehmen in Kontakt kommt und auch Geld verdient, das ist spannend. Ich wollte nie in der Unternehmensberatung arbeiten, jetzt werde ich da irgendwie doch landen, das hat JMS mit mir angestellt. Ich habe festgestellt, dass ich verdammt gern Trainer bin, auch das habe ich durch JMS mitbekommen. Ich hätte die Trainerausbildung nie gemacht, ich wäre nie TA Leitung geworden im BDSU, ich wäre nie zum BDSU gekommen ohne JMS.

Was möchtest du den neuen Juniors mit auf den Weg geben?

Das Gleiche, was ich auch allen Juniors in Deutschland mitgebe, wenn ich die Schulungen halte. JMS, die JEs und der BDSU, der JADE, das sind alles Netzwerke. Auch wenn es Vereine sind, sind es Netzwerke und das ist auch der große Mehrwert. Du kannst von diesem Netzwerk nur was mitbekommen, wenn du selbst dieses Netzwerk bist. Das heißt, du kommunizierst mit anderen Menschen, nur dann kannst du dich weiterentwickeln, nur dann kannst du dort Mehrwerte rausziehen. Wenn du nicht da bist und das nur irgendwie in deinen Lebenslauf schreibst, dann bringt dir das überhaupt nichts. Du lernst niemanden kennen, du erwirbst keine neuen Kenntnisse, du kannst dich nicht weiterentwickeln. Du musst Zeit investieren, sonst wirst du nichts aus dem Verein rausziehen können. Ich glaube, die Kontakte sind das Coolste, und die Aufgaben, mit denen man sich selbst challenged. Für uns sind die Leute wichtig, die Bock haben da was zu machen und sich engagieren. Die sind ein Teil von uns. Jeder ist Mitglied. Wir sind ein Verein und nicht irgendwie eine hierarchische Struktur auch wenn es einen Vorstand gibt.

 

 

Abkürzungsverzeichnis

BDSU: Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen

JMS: Junior Management Spektrum Augsburg

TA: Trainer Akademie (des BDSU)

1V: erster Vorsitzender

JE: Junior Enterprise

JADE: European Confederation of Junior Enterprises