Die Trainerakademie des BDSU

Unser Mitglied Pierre Laritz und unsere Alumna Melissa Maisel sind Mitglied der TrainerAkademie des BDSU. Beide übernehmen seit letztem Jahr auch einen Posten in der Leitung der TA und beantworten in diesem Interview Fragen rund um die Trainerausbildung und warum diese auch für Dich genau die richtige Entscheidung sein könnte.

 

Was ist die Trainerakademie und inwiefern steht sie in Zusammenhang mit den JEs? Wie läuft die Zusammenarbeit mit den studentischen Unternehmensberatungen ab?

Pierre: „Die TrainerAkademie besteht seit 2007 und ist die Weiterbildungsinstitution des BDSU. Das bedeutet, dass sie mit allen studentischen Unternehmensberatungen (JEs) in kontinuierlichem Austausch steht.
Der Kontakt zwischen der TrainerAkademie und den JEs verläuft über Trainingsanfragen. Dabei wird dann ein automatisierter Prozess in Bewegung gesetzt, dessen Ziel es ist, passende Trainer/-innen für die jeweils anfragende JE zu finden und den Kontakt zwischen beiden herzustellen.“

Melissa: „Genau, dabei steht den JEs dann ein Pool von knapp 200 Trainern/-innen zur Verfügung. Viele von unseren Trainern und Trainerinnen sind tatsächlich schon selbst gar keine aktiven Mitglieder mehr, werden aber immer wieder für die TrainerAkademie aktiv.“

Wie seid ihr zur TrainerAkademie gekommen?

Melissa: „Mich hat damals Freddy Matern, ein ehemaliges Mitglied von JMS, von der TrainerAkademie begeistert. In meiner Anfangszeit bei JMS war Freddy Vorstand im BDSU und gleichzeitig bereits Mitglied in der TrainerAkademie. Er hat uns die TA damals vorgestellt und nachdem ich mich in internen Trainings als Co-Trainerin ausprobiert habe, hatte ich beschlossen, mich zu bewerben. Ich wurde ausgewählt und habe schließlich 2017 meine Trainerausbildung absolviert. Es war die absolut richtige Entscheidung. Geholfen haben mir dabei ein gutes Bauchgefühl, eine gesunde Intuition und vermutlich auch eine gewisse Portion glücklicher Zufall.“

Pierre: „Bei mir waren es tatsächlich drei JMSler, welche mich an die TA herangeführt haben. Ich habe natürlich auch von Freddy davon gehört und außerdem war Melissa mein Mentor. Neben den beiden hat mich auch meine ehemalige Vorstandskollegin, Elena Vizenetz, von der Idee begeistert, da sie in unserer Vorstandszeit gleichzeitig in der Leitung der TA tätig war.“

Warum habt ihr euch dafür entschieden, ein Teil der Leitung der TA zu werden?

Pierre: „Ich habe mich dazu entschlossen, Teil der Leitung zu werden, da mich das TtT (Train the Trainer) so bereichert hat, dass ich darüber hinaus etwas an das Netzwerk zurückgeben wollte. Außerdem hat das Team, welches sich um mich herum formiert hat, mich sehr zu der Entscheidung bewegt. Ich freue mich, Teil der Leitung zu sein und bin gespannt, was das Amtsjahr noch an Herausforderungen mit sich bringt.“

Melissa: „Bisher bestand das Vorstandsteam der TA hauptsächlich aus neu ausgebildeten Trainern/-innen. Dieses Konzept haben wir mit unserer Amtszeit allerdings verändert. Obwohl meine Trainerausbildung bereits etwas her ist, habe ich mich dafür entschieden, die TA-Leitung als erfahrenes Mitglied zu ergänzen. Der Vorteil dabei ist natürlich, dass ich bereits viele Erfahrungen einbringen kann und damit die Entscheidungen unseres Teams enorm unterstützen kann.
Konkret übernehme ich derzeit zwei Aufgabengebiete: Zum einen die Trainer-Weiterentwicklung und zum anderen das Marketing. Eine meiner Hauptaufgaben dabei ist es, Ideen zu sammeln, wie man unsere Trainer/-innen weiterbilden kann und diese dann in Weiterbildungswochenenden umzusetzen. Außerdem kümmere ich mich auch um den Instagram Auftritt der TA (Instagram: bdsutrainerakademie).“

Welchen persönlichen Mehrwert hast du aus der Akademie gezogen? Erinnerst du dich an einen signifikanten Moment in deiner Trainerausbildung?

Melissa: „Es gibt sehr viele Mehrwerte, die ich aus meiner Zeit in der TA bereits gewonnen habe. Ich konnte mir viel methodisches Wissen aneignen, zum Beispiel zu verschiedenen Gesprächstechniken. Dieses Wissen hilft einem in jeglichen Situationen, in denen man eng mit anderen Menschen zusammenarbeiten muss. Auch im Berufsleben kann man so viel besser auf die verschiedenen Kollegen oder Vorgesetzen zugehen und effektiv mit ihnen interagieren.
Die TA bietet einem außerdem ein großes Netzwerk aus engagierten und motivierten Persönlichkeiten. Wenn man einmal Mitglied der TA ist, wird man in den Trainer-Pool aufgenommen und bleibt dort ein Leben lang. Die Trainer/-innen aus den ersten Ausbildungsjahrgängen sind bereits mitten im Berufsleben und stehen einem immer gerne mit Tipps zur persönlichen Karriere oder natürlich zur Trainingskonzeption zur Seite. Die Mitgliedschaft in der TA endet nie, man profitiert so lange davon, wie man möchte. Besonders schön ist es zu sehen, dass die Verbundenheit – oder wie wir es nennen, der ‚TA- Spirit‘- ebenfalls über Jahre und Generationen hinweg besteht und auch ältere Trainer/- innen immer wieder gerne für die TA aktiv werden.“

Pierre: „Ein großer Mehrwert für mich, als studentischer Berater, ist das Thema Empowerment und Wertschätzung. Meine Arbeit in der TA hat es mir ermöglicht, den Gedanken der Ellbogengesellschaft beiseite zu schieben und mich stattdessen auf die Bedürfnisse von verschiedenen Individuen oder einer Gruppe zu konzentrieren. Ein anderer Aspekt ist der, dass man sich ein Training ähnlich wie ein Gespräch bei einem Kunden vorstellen kann, man stellt die Inhalte dar und verkauft dabei auch sich selbst. Insbesondere bei Trainings mit größeren Gruppen lernt man, gezielt auf die verschiedenen Menschen zuzugehen und dabei Gesprächstechniken anzuwenden, um zum Beispiel auch eine hitzige Diskussion unter Kontrolle zu halten. Dabei ist es besonders wichtig, auch die eigenen Bedürfnisse zu beachten und sich selbst richtig einordnen zu können.
Ein weiterer Mehrwert ist für mich auch das Netzwerk, welches einem die TA bietet. Durch dieses habe ich bereits gute Freunde, Mentoren und auch Sparringspartner gefunden. Wir freuen uns immer, wenn wir uns wiedersehen und geben uns oftmals nicht nur fachlichen, sondern auch persönlichen Rat. Die TA hat neben dem fachlichen eben auch einen sehr familiären Gedanken, was mir viel bedeutet.“

Muss man Vorkenntnisse mitbringen, um Trainer zu werden? Wie läuft die Ausbildung zum Trainer ab?

Pierre: „Die Ausbildung zum Trainer findet bei uns auf dem achttägigen TtT (Train-the- Trainer-Ausbildung) statt. Zu diesem werden 16 Bewerber eingeladen, welche mit der Unterstützung von vier Trainern viele Handwerkszeuge lernen, um Trainings zu konzipieren und durchzuführen. Dabei geht es vor allem auch darum, als Trainer Gruppendynamiken zu erkennen und achtsam gegenüber verschiedenen Persönlichkeiten zu sein.“

Melissa: „Vorkenntnisse braucht man für das TtT nicht, allerdings ein hohes Maß an intrinsischer Motivation. Deswegen ist es bei der Bewerbung für das TtT besonders wichtig, seine Motivation sehr deutlich auszudrücken.
Man bekommt außerdem sehr viel Feedback zur eigenen Persönlichkeit, was nicht immer einfach ist, einem aber hilft, sich selbst besser kennenzulernen und sein Selbstvertrauen & – bewusstsein zu stärken. Das hilft einem später enorm, wenn man seine ersten Trainings durchführt.“

Pierre: „Das TtT ist eine anstrengende Woche aber schlussendlich war es für jedes Mitglied der TA eine große Bereicherung, fachlich sowie persönlich.“

Inwiefern kann man seine erlernten Skills auch auf externen Projekten zum Einsatz bringen? Würdest du sagen, dass dir deine Trainerausbildung bereits Vorteile bei der Arbeit in Unternehmen gebracht hat?

Pierre: „Das ganze methodische Wissen, welches wir uns bei der TA aneignen, bringt einem auf jeden Fall auch im Berufsleben weiter. Da geht es zum Beispiel darum wie man eine gezielte Agenda aufstellt, Inhalte am besten verpackt und vermittelt und seine Zeit am effizientesten einteilt. Das alles bringt Struktur in den Arbeitsalltag und wirkt sich dementsprechend positiv auf die eigene Arbeit auf externen Projekten oder im Job aus.“

Hast du einen Tipp, welchen Trainer unbedingt beachten sollten?

Melissa: „Haltet durch! Nein Spaß, die Anfangszeit ist erstmal schwer. Man weiß nicht sofort, wie man mit bestimmten Situationen umgehen soll, wenn es beispielsweise schwierigere/kritische Teilnehmer in einem Training gibt. Genau darauf bereitet einen die Trainerausbildung aber auch vor. Sie legt den Grundstein für eine erfolgreiche Trainerzeit, auch bei sensiblen Themen wie Konfliktmanagement oder Teambuilding. Letztendlich macht auch hier die Übung dann den Meister. In einem Training begegnet man vielen verschiedenen Persönlichkeiten und somit auch verschiedenen Emotionen. Es ist wichtig, der Gruppe gegenüber offen und flexibel zu bleiben, um sich auf die jeweilige Situation einstellen zu können. Meine Erfahrung zeigt, dass kein Training exakt so verläuft, wie man es geplant hat, aber das ist auch gut und wichtig so. Die Hauptsache ist, dass man immer positiv bleibt und sich nicht entmutigen lässt. Man kann darauf vertrauen, dass einem die Trainerausbildung alles mitgegeben hat, was man braucht, um ein guter Trainer zu sein.“

Was würdest du Interessenten und zukünftigen Mitgliedern der Trainer Akademie gerne mit auf den Weg geben?

Melissa: „Folgt uns auf Instagram!!! (lacht) Dort erklären wir euch alles, was ihr über das diesjährige TtT wissen müsst. Wir stellen euch dort unsere vier Trainer/-innen und die Unterkunft vor, sprechen mit ehemaligen Teilnehmern und informieren euch genau über die Bewerbungsmodalitäten. Außerdem zeigen wir euch dort das ganze Jahr über immer wieder Einblicke in unsere Trainings und unseren TA-Alltag. Ansonsten sprecht uns oder andere Trainer/-innen gerne auf die Trainerausbildung an! Dadurch werdet ihr auch ein Gefühl dafür bekommen, ob die Ausbildung etwas für euch ist. Auch an den Kongressen sind wir immer zahlreich vertreten und auch mit einem eigenen Stand auf der Firmenkontaktmesse präsent.“

Pierre: „Genau, kommt bei Fragen sehr gerne auf uns zu und meine größte Empfehlung an euch ist: Bewerbt euch für das TtT 2020!“