Alumnus: Dr. Markus Dutschke

Markus war von 2012 – 2016 Mitglied bei JMS Augsburg. In dieser Zeit hat er verschiedenste Projekte in unterschiedlichen Branchen durchgeführt. Von der Mitarbeiterbefragung bis hin zum Softwaretesting, vom mittelständischen Metallbauer zum Konzern im Finanzsektor.
Inzwischen ist Markus selbstständig tätig (www.auXolutions.de) und hilft Unternehmen dabei, ihre Mitarbeiter zu binden und sich auf der Online-Plattform Kununu attraktiv darzustellen.

 

Markus, warum bist du damals zu JMS gegangen?

Ich wollte damals Unternehmensberater werden, da ich gehört hatte, dass sich hierbei viel Geld verdienen lässt und mir der Beruf sehr abwechslungsreich und herausfordernd erschien. Als ich anfing, mich für diese Zukunftsperspektive zu interessieren, habe ich Physik im Master studiert und wusste noch nicht einmal genau, was Unternehmensberatung eigentlich ist. Da war es dann natürlich höchste Zeit, Kompetenz aufzubauen. JMS war dafür die erste und vor allem die beste Adresse!

 

Und warum bist du dann heute nicht Unternehmensberater?

Naja, das war eigentlich auch wieder wegen JMS (Markus lacht). Der Wandel der Berufsperspektive hat sich langsam und schleichend bei mir vollzogen. Über die Zeit habe ich einfach verstanden, dass JMS nicht nur eine Unternehmensberatung, sondern auch ein Unternehmen ist. JMS sucht sich seine Kunden, rekrutiert Anwärter/-innen, bildet die frisch rekrutierten Berater zu Projektleitern aus, kauft Tools (also meistens Software und IT Services) ein, macht Marketing und vieles mehr.
Während meiner Zeit bei JMS habe ich Kontakt zu all diesen Bereichen gehabt und festgestellt, dass das Unternehmertum für mich noch interessanter ist. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass in meinem Fall die beiden Themen nicht so weit voneinander entfernt liegen.

 

Rückblickend gesehen, was hat dir JMS gebracht?

Das mit Abstand Wichtigste, das ich bei JMS gelernt habe, war wirtschaftliches Denken und Handeln. Das hört sich jetzt trivial an, aber ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Unternehmen und Branchen welche Probleme haben und was das auch wieder finanziell bedeutet, das lernt man in keiner Vorlesung.
Oder, wie man mit jemandem spricht, den man vielleicht beraten könnte, praktisch aber gerade eben erst nach der dritten Maß beim Plärrer auf der Bierbank kennengelernt hat…
Aus so etwas entwickelt sich dann ein Feingespür für Probleme und effektive Lösungsstrategien. Das lässt sich als Beratungsdienstleistung anbieten oder eben als Produkt.

 

Und wie ging dein Leben nach JMS weiter?

Ich habe eine Software für Grundschullehrer entwickelt. Die verkaufe ich übrigens bis heute (www.zeugnisprogramm-zeugnisgenerator.de). Ich habe damals den Bedarf in einem Gespräch mit meiner Mutter erkannt. Sie ist Grundschullehrerin und hat mir erzählt, dass sich das Layout der bayrischen Grundschulzeugnisse geändert hat und wie viel Mehraufwand das für die Lehrer bedeutet. Ich konnte zum damaligen Zeitpunkt schon programmieren und habe mir daraufhin noch selbst beigebracht, Software für Endnutzer zu schreiben (also mit grafischer Oberfläche, Installationsprogramm etc.). Das habe ich in meiner Freizeit gemacht, während ich promoviert habe.

 

Und wie kamst du zu deinem jetzigen Geschäftsfeld?

Als das Zeugnisprogramm damals abgeschlossen war, bin ich zum Thema Mitarbeiterbefragungen übergegangen. Das war auch ein Feld, in dem ich aus meiner JMS Erfahrung großes Verbesserungspotenzial gesehen habe.
Um das etwas zu verdeutlichen: Man rechnet ein Brutto-Jahresgehalt an wirtschaftlichem Schaden für ein Unternehmen, wenn ein Mitarbeiter kündigt. Und mir ist aufgefallen, dass es keine Anbieter gibt, die moderne Data-Science Lösungen einsetzen und gleichzeitig individuelle hochqualitative Mitarbeiterbefragungen durchführen. Es gibt zwar App-Lösungen, aber die liefern auch nur automatisierte Auswertungen. Es ist aber eben einfach nicht wirtschaftlich, sich bei einer Mitarbeiterbefragung 1000 Euro zu sparen und anschließend kündigt ein Mitarbeiter und es entsteht ein Schaden von 70 000 Euro.
Diesem Bedarf begegne ich mit meiner Dienstleistung. Von da an hat sich noch die Thematik Kununu angeschlossen. Das ist eine Website, auf der Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber bewerten können. Das ist quasi auch wie eine Mitarbeiterbefragung – nur, dass die Daten öffentlich einsehbar sind. Heute analysiere ich zuerst das Kununu-Profil eines Unternehmens und kann daraus bereits die richtigen Fragen für die Mitarbeiterbefragung ableiten. Hierbei kommen dann modernste Analysemethoden zum Einsatz. Wen die Thematik genauer interessiert, der kann sich gerne einen meiner Konferenzvorträge als Video (www.youtube.com/watch?v=3ohKkeOGsLU) ansehen.

 

Hast du heute immer noch Kontakt zu JMS?

Ja, tatsächlich. Ich finde, dass ich damals unheimlich viel gelernt habe und möchte auch einfach etwas zurückgeben. Natürlich lässt es die Zeit nicht immer zu, aber man trifft mich regelmäßig auf Veranstaltungen oder auf den beiden Wochenendaktionen. Auch stehe ich als Alumnus natürlich immer mit meiner Fachmeinung zur Verfügung.

 

Möchtest du unseren angehenden Beratern noch einen Tipp für Ihre Zeit bei JMS geben?

Ja gerne: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Hört sich nicht sonderlich tiefgründig an, ist aber wohl meine persönlich wichtigste Lektion aus meiner Zeit bei JMS. Wenn man sich einfach hinsetzt und hofft, dass einem einer was beibringt, dann wird das einfach nicht passieren. Es wird nicht einmal passieren, dass jemand auf dich zukommt und dir sagt, du solltest dich ins Thema X oder Y einarbeiten. Praktisch muss man immer ein offenes Ohr haben und wenn ein Thema interessant sein könnte, dann lohnt es sich, sich hinzusetzen und das mal ausprobieren. Und dann sieht man schon, was sich daraus machen lässt.
Ich glaube, das ist auch eine ganz wichtige Eigenschaft für eine selbstbestimmte Zukunft. Wenn man sich immer sagen lässt, was man tun soll, dann handelt man einfach nicht mehr im eigenen Interesse. So hat es auf jeden Fall für mich funktioniert.