Inside JMS: Vom Nerd zur Führungskraft mit JMS

Ein Beitrag von Benedikt Putz, BDSU Vorstand Finanzen & Recht und JMS Alumnus

Als ich zu Beginn des ersten Semesters auf der Initiativenstraße den Stand von JMS Augsburg sah, wäre ich fast daran vorbeigelaufen – Unternehmensberatung war für mich nicht mehr als ein abstraktes Konzept aus den ungeliebten BWL-Vorlesungen. Doch zum Glück kam alles ganz anders: Isabella Wagner, damals HR-Vorstand bei JMS, sprach mich auf einen Sekt an und wenige Wochen später bewarb ich mich um eine Aufnahme bei der Studentischen Unternehmensberatung der Universität Augsburg.

Als introvertierter Wirtschaftsinformatik-Student hatte ich es im Assessment Center nicht einfach. Meine Präsentationsfähigkeiten waren unterirdisch, in den Workshops kam ich kaum zu Wort und auch mein Lebenslauf war im ersten Semester noch spärlich bestückt. Ganz zu Schweigen vom äußeren Auftreten: Übergroßes Hemd, Nerd-Frisur und Harry-Potter-Brille komplettierten das Klischee des Informatik-Studenten. Letzten Endes schaffte ich dann aber dank meiner analytischen Fähigkeiten in der Case Study mit Müh und Not die erste Hürde im Aufnahmeprozess und wurde als Junior bei JMS aufgenommen.

Im Laufe meiner Anwärterphase hatte ich dann Gelegenheit, den Verein näher kennenzulernen und erste vereinsinterne Projekterfahrung zu sammeln. Nach meinem ersten BDSU Kongress in Hannover und meiner Aufnahme als Mitglied war dann Anfang 2013 sogar die Motivation da, für das Vorstandsamt Qualitäts- und Wissensmanagement zu kandidieren. Die Wahl gewann dann aber mit knappem Vorsprung Thomas Degenhard, der zum damaligen Zeitpunkt auch aufgrund seiner Lebenserfahrung besser für das Amt geeignet war.

Die verlorene Wahl motivierte mich jedoch umso mehr, meine Fähigkeiten bei JMS unter Beweis zu stellen. Im Winter 2013 strukturierte ich die damals aufgrund mangelnder IT-Kompetenzen im Verein brachliegende IT von Grund auf neu. Dazu gehörte auch ein Hosting-Provider-Wechsel und die Einführung von Office365 in Zusammenarbeit mit dem BDSU. In dieser Zeit stand ich in intensivem Austausch mit dem Leiter der IT-Stabsstelle des BDSU Christoph Strauß. Er motivierte mich kurz darauf auch Anfang 2014, mich im BDSU in der Stabsstelle IT zu engagieren. Dieser kleine, aber entscheidende Schritt stellte den Beginn eines extrem anspruchsvollen und lehrreichen Jahrs für mich dar.

Im Februar erklärte ich mich zusammen mit Maximilian Ullrich, Benedikt Stenzel und Sabrina Spinnler bereit, die Ausrichtung des BDSU Herbstkongresses 2014 in Augsburg als Kernteam zu übernehmen. Im April wurde ich dann einstimmig zum Vorstand Qualitäts- und Wissensmanagement bei JMS gewählt. Im Herbst entwickelte ich dann gemeinsam mit der Stabsstelle IT die Webanwendung für die BDSU Treffenanmeldung, die heute noch so verwendet wird. Lange Rede, kurzer Sinn: Parallel zu Studium und Werkstudentenjob konnte ich in dieser Zeit bei JMS wertvolle Praxiserfahrung sammeln wie sonst nirgends. Die erfolgreiche Ausrichtung des Herbstkongresses im November 2014 war zwar eine enorme Herausforderung mit vielen Höhen und Tiefen, aber am Ende des Tages hat der gesamte Verein davon profitiert.

Auf dem BDSU Frühjahrskongress in Nürnberg wurde ich dann vom BDSU Vorstand mit dem erstmals verliehenen BDSU Award ausgezeichnet. Der Award zeigt, was die Arbeit in einer Studentischen Unternehmensberatung so motivierend macht: Nicht nur kann man Praxiserfahrung für den eigenen Lebenslauf sammeln, sondern die eigene Arbeit wird in einer Form wertgeschätzt, die man oft in traditionellen Unternehmen und Unternehmensberatungen vermisst.

Mit dem Frühjahrskongress 2015 übernahm ich dann auch die Leitung der Stabsstelle IT im BDSU. Die Leitung eines kleinen IT-Teams bereitete mich gut auf die spätere Rolle als Vorstand vor. Ein Jahr darauf wurde ich dann auch auf dem Frühjahrskongress 2016 in Münster zum Vorstand für Finanzen und Recht gewählt – eine enorm spannende Führungserfahrung auf Bundesebene, die ich jedem nur weiterempfehlen kann. Überzeugt hatte mich dazu unter anderem mein langjähriger JMS-Kollege Frederick Moser, der bereits im letzten Inside JMS von seinen Erfahrungen berichtet hat (Inside JMS: Interview mit Frederick Moser).

Zur selben Zeit beendete ich auch mein Studium in Augsburg, um für mein Master-Studium nach Regensburg zu ziehen. Nach dreieinhalb Jahren bei JMS blicke ich zurück auf eine wundervolle Zeit. Neben den geschilderten internen Tätigkeiten hatte ich auch die Gelegenheit, drei externe Projekte für Unternehmen zu absolvieren. Was aber noch viel wichtiger ist: Bei JMS habe ich mir nicht nur ein weitreichendes Netzwerk an Kontakten aufbauen können, sondern auch unzählige Freunde fürs Leben gefunden. Das spannende ist hier auch, dass man mit vielen Leuten aus ganz anderen Studiengängen in Kontakt kommt, denen man sonst wahrscheinlich nie begegnet wäre.

In meiner Zeit als BDSU Vorstand konnte ich viele der bei JMS erworbenen Erfahrungen wieder einsetzen: Sei es bei der Teamarbeit im Vorstand, bei Präsentationen vor dem Plenum mit 400 Personen auf den Treffen oder in der Ressortarbeit. Überall finden sich Parallelen, die so nicht nur im BDSU, sondern auch später im Beruf anwendbar sein werden. Aus diesem Grund bin ich extrem dankbar für meine Zeit bei JMS und die einzigartige Entwicklungsmöglichkeit, die der Verein mir und jedem anderen bietet.